Meine Freundin Julia träumte schon seit Jahren von einem Ritt am Meeresstrand. Nun, im September 2017 fanden wir einen tollen Kompromiss, da das Reiten am Ostseestrand erst ab Oktober erlaubt ist. Da gibt es das "Kleine Meer", wie die Einheimischen ihr ´Stettiner Haff´ auch liebevoll bezeichnen.

Der Strand in Alt Warp war zu dieser Zeit bereits wie leer gefegt.

Doch nun mal der Reihe nach:

In Ludwigshof betreibt Frau Hafermalz den "Fennhof", welcher gleichzeitig auch ein VFD-Hof ist. Zur Lage sei angemerkt, dass Ludwigshof zu dem Ort Ahlbeck gehört, wobei der Name Ahlbeck nicht mit dem ´Seebad Ahlbeck´ auf Usedom verwechselt werden sollte.


Frau Hafermalz ist auf Feriengäste mit und ohne Pferd eingestellt und bietet einen gut ausgebauten Bauwagen mit Ofen, einer kleinen Küche, sowie einem getrennten Wohn- und Schlafbereich an. Ein zweiter Wagen beherbergt die sanitären Einrichtungen nämlich Dusche, WC und Waschbecken.

Für die Pferde gibt es Sandpaddocks mit Unterstand und sehr gutes Heu.

Nachdem man eine betagte und sogar unter Denkmalschutz stehende Kopfsteinpflasterstraße, die einen übrigens voll entschleunigt, geschafft hat, landet man auf einem idyllisch gelegenen Fleckchen Erde. Hier dominieren Wald ohne Ende, schöne Seen und einfach eine wunderbare Ruhe das Geschehen.

Auf unseren Tagestouren trafen wir viel Rotwild, das sehr gut vom Pferd aus zu beobachten war. Für die zu dieser Zeit in der Brunft befindlichen Hirsche waren wir völlig uninteressant. So querte ein ausgewachsener Rothirsch, der versucht hatte, sein Geweih mit langem Gras und Moos noch eindrucksvoller zu gestalten, unseren Weg in nur ca. 15 m Entfernung. Damit sollten allem Anschein nach Rivalen beeindruckt werden.

An dem kleinen Grenzbach "Beeke" zur Republik Polen findet man noch sehr viele naturnahe Seen und Sümpfe, wie es z. B. der "Große Mützelburger See" und das Naturschutzgebiet "Gottesheide" sind.

Die eine Woche Urlaub ging viel zu schnell vorüber, so dass wir die zur Verfügung stehenden Sonnenliegen gar nicht nutzen konnten. Sowohl für Reiter, als auch für Fahrradfahrer ist die Erkundung der herrlichen Natur in dieser dünn besiedelten Gegend ein Traum.

Allerdings sollte man in der Lage sein sich selbst zu versorgen. In unmittelbarer Nähe gelegene Gourmetrestaurants und Einkaufsmöglichkeiten sucht man vergebens.

Wir werden auch in diesem Jahr versuchen, dort unseren Urlaub zu verbringen, denn es gibt noch viel zu entdecken.

 

Notiz:

Text und Bilder: Ute Schüler