Seit September 2011 kommt Johannes Beck-Broichsitter aus dem holsteinischen Heist auf den Galgenberghof in Müncheberg zum Reitkurs. 

Zweimal im Jahr kommt er für drei Tage, um interessierten Reiterinnen und Reitern intensiven und individuellen Unterricht zu geben. Diesmal war es am 6. – 8. Oktober soweit. Auch Xavier bzw. die dadurch verursachten Beschränkungen im Bahnverkehr konnten uns nicht davon abhalten, den lange geplanten Kurs durchzuführen. Ein paarmal hin-und hergesimst und schon waren 9 Reiterinnen umorganisiert bzw. ver- oder zusammengelegt. Alles nur eine Frage der Organisation und Logistik, die glücklicherweise eine, in diesen Dingen versierte, Mitreiterin übernommen hatte. Wer je selber einen Kurs organisiert hat, weiß wovon ich rede.


Und manchmal sind es ja genau diese Widrigkeiten, denen man trotzt und die die Ereignisse zu etwas besonderem werden lassen. Auf jeden Fall hatten alle Teilnehmerinnen ihre eigen Hoch-und Tiefpunkte. So ist das wohl in der Reiterei. Jeder der mit Pferden zu tun hat weiß ein Lied davon zu singen. Kein Moment ist gleich, mein Pferd spiegelt mich, bin ich läppisch ist es mein Pferd auch, bin ich verbissen kneift auch mein Pferd die Zähne zusammen. Längst habe ich begriffen, dass Reiten viel mehr als Körperbeherrschung oder die Dominanz über das Pferd sondern der partnerschaftliche Umgang mit desselbigen ist. Und genau das ist es, was für mich den Unterricht von JBB so besonders macht. Kein endloses Übertreten auf kleinen Kreisen, bis die Pferde mürbe sind, stattdessen ein „freundliches Anfragen“ (vielleicht nur ein oder zwei Schritte) den Zirkel zu verkleinern, um dann beim Vergrößern den positiven Effekt z.B. auf das innere Hinterbein zu erzielen. Besonders ist für mich auch der gut strukturierte Unterricht, der individuell jedem Pferd/Reiterpaar angepasst wird, Übungen mit „Wiedererkennungswert“ wie JBB sagt und trotzdem wird es nicht langweilig. Der Sinn einer Übung wird in immer andere Übungsabläufe eingekleidet. Und plötzlich wird aus den anfänglich kleinen Anforderungen, die einigen manchmal als Unterforderung vorkam, eine große Sache oder wie JBB es gerne nennt, ein „Vorgucker“. Gerade noch das Angaloppieren geübt, „A-Note“ Hauptsache irgendwie Galopp, dann die Verfeinerung „B-Note“ GALOPP und jetzt auf einmal dieser Übungsablauf: Mittellinie, kurz vor Bande Kurzkehrt, darin die Galopphilfe geben, angaloppieren und dann ein paar Sprünge Galopptraversale, das war der „Vorgucker“.

Mein Resumee:

Reiterinnen und Pferde unterschiedlicher Reitweise, Größe und Rasse kamen an diesem Wochenende auf ihre Kosten und gingen am Ende zufrieden aus der Reithalle. Lasst Bilder sprechen.

GuSh

Notiz:

Fotos: Katrin Riegel